„Glaube kennt keine Barrieren“
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) schreibt erneut den Argula-von-Grumbach-Preis aus. Der Gleichstellungspreis würdigt Beiträge, die sich mit spiritueller Stärke, Selbstbestimmung und der Gleichstellung von Frauen mit Behinderung in Kirche und Gesellschaft auseinandersetzen. Das Preisgeld beträgt insgesamt 5.000 Euro und kann auf mehrere Einreichungen verteilt werden.
Argula von Grumbach
Namensgeberin des Preises ist Argula von Grumbach (1492 bis etwa 1554), eine der profiliertesten Stimmen der Reformationszeit in Bayern. Mutig setzte sie sich öffentlich für ihre Glaubensüberzeugungen ein. Ihre Schriften gehörten zu den meistverbreiteten reformatorischen Texten ihrer Zeit.
Argula von Grumbach nutzte die ihr zur Verfügung stehenden Mittel – Wort, Schrift und Öffentlichkeit –, um für Glaubensfreiheit, Bildung und die Würde von Frauen einzutreten. Ihr Engagement wirkt bis heute inspirierend.
Das Thema: Glaube kennt keine Barrieren
Gesucht werden biografische Erzählungen und kreative Beiträge, die Glauben, Inklusion und Frauenperspektiven sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen von Frauen mit Behinderung sowie die Perspektiven von Menschen, die sie begleiten, unterstützen oder sich für ihre Gleichstellung engagieren.
Die Beiträge können aktuelle oder historische Lebensgeschichten aufgreifen oder biblische Erzählungen aus der Perspektive von Inklusion neu deuten.
Mögliche Formate
Eingereicht werden können:
- Audio- oder Videobeiträge, beispielsweise Podcasts oder Kurzfilme, mit einer Länge von höchstens 15 Minuten,
- Texte wie Erzählungen, Essays, Reportagen oder wissenschaftliche Beiträge mit höchstens 36.000 Zeichen einschließlich Leerzeichen sowie
- Fotostorys oder Fotoprojekte mit bis zu 20 Bildern und einem Begleittext von höchstens 20.000 Zeichen.
Anregungen für mögliche Beiträge
- Reportage über inklusives Gemeindeleben aus der Perspektive von Frauen
- Videotagebuch einer Konfirmandin mit Behinderung
- Audiobeitrag mit Stimmen verschiedener Generationen von Frauen mit Behinderung: „Was Glaube für mich bedeutet“
- Poetry-Slam oder Text: ein Psalm über Weiblichkeit und Heilung
- aufbereitete Zeitzeugenberichte oder Archivmaterial über Frauen mit Behinderung in diakonischen Einrichtungen
- Fotostory: „Wer leistet Inklusion? Das Unsichtbare sichtbar machen“
- wissenschaftliche Analyse von Intersektionalität in der Kirche
- Kurzfilm, der eine biblische Erzählung über Frauen mit Behinderung in die Gegenwart überträgt
- Podcast über den Glauben als Kraftquelle für Frauen mit Behinderung
- biografische Erzählung über Care-Arbeit und die Frage, wie pflegende Menschen Kraft im Glauben finden
- persönliches Porträt: „Mein Weg als Frau mit Behinderung in einen kirchlichen Beruf“
Teilnahmebedingungen
Beiträge können unabhängig vom Geschlecht der einreichenden Person erstellt werden. Voraussetzung ist eine erkennbare Frauenperspektive oder ein Bezug zu Weiblichkeit. Der christliche Glaube oder ein kirchlicher Bezug soll deutlich erkennbar sein.
Die Einreichung erfolgt anonymisiert. Der Beitrag selbst darf keinen Namen enthalten und muss gemeinsam mit einem separaten Kontaktformular digital eingereicht werden.
Einsendeschluss: 31. Oktober 2026
Für eine erfolgreiche Einreichung muss die Datei hochgeladen werden und das Begleitformular vollständig ausgefüllt werden.
Auswahl und Preisverleihung
Eine unabhängige interdisziplinäre Jury wählt die ausgezeichneten Beiträge aus. Das Preisgeld beträgt insgesamt 5.000 Euro und kann auf mehrere Einreichungen verteilt werden.
Zur Preisverleihung am 12. März 2027 werden alle Autor*innen der eingereichten Beiträge eingeladen. Die Arbeiten werden anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Mit dem Argula-von-Grumbach-Preis setzt die ELKB ein Zeichen für eine Kirche, in der Glaube, Teilhabe und Gleichstellung selbstverständlich zusammengehören.